Das Kernproblem
Auf den Courts drängt das Tempo; das Ego schleicht sich ein, schneller als ein Slice im Aufschlag. Fairplay? Oft nur ein Wort auf der Trophäe. Und das ist das eigentliche Problem: Der Spirit wird von Sieggier überrollt.
Warum Fairplay fehlt
Erstens: Der Geldfluss. Sponsoren wollen Hits, nicht Höflichkeit. Zweitens: Social Media verstärkt das Drama. Ein Fehlpass wird zum viralen Meme, ein Netting-Error zu Shitstorm. Hier wird das Spiel zur Show und das Fairplay zum Nebenact.
Kommerzdruck
Die ATP‑Turniere versprechen 10 Millionen Euro, die Spieler denken an Rankings und Verträge. Der Druck ist greifbar wie ein heißer Tennisschläger in der Mittagshitze. Wer jetzt respektiert, riskiert Positionen zu verlieren. Und das ist die bittere Realität.
Jugend und Vorbilder
Die Kids schauen zu den Profis. Sie saugen das Verhalten wie Schwamm. Wenn die Stars auf dem Platz streiten, denken die Nachwuchstalente: Das ist normal. Und plötzlich taucht die Faust statt dem Handschlag. Ein Kreislauf entsteht, der nur durch klare Signale gebrochen werden kann.
Was Fairplay wirklich bedeutet
Es geht nicht um lächerliche Handshakes nach dem Match. Es ist das stille Versprechen, den Ball nicht absichtlich zu sabotieren, den Gegner nicht abzuwerten. Es ist das „Ich‑bin‑hier‑für‑das‑Spiel“-Mantra, das jede Rückhand durchdringt.
Ein echtes Beispiel: Beim Davis‑Cup‑Finale 2022, ein Spieler ließ den Ball fallen, obwohl er hätte gewinnen können. Respekt über das Ergebnis. Diese Momente sind selten, aber sie definieren den Sport.
Wie wir das ändern können
Erstens: Die Verbände müssen Fairplay‑Punkte in die Rankings einbauen. Jeder, der bei einem Punktverlust den Gegner grüßt, bekommt Bonuspunkte. Zweitens: Trainer müssen das Thema im Training verankern, nicht erst am Ende der Saison.
Durch die Medien: Statt Schaulustiger über Streitereien zu berichten, sollten Reporter die Fairplay‑Momente hervorheben. tennisaktuell-de.com könnte wöchentliche Kolumnen starten, die die besten Fairplay‑Acts zeigen.
Und zuletzt: Jeder Spieler, jede Spielerin muss sich täglich fragen: „Wie würde ich handeln, wenn ich heute hier stehe?“ Kurz und knackig: Respekt zuerst, Sieg später.
Setz dir das Ziel, bei jedem Aufschlag Respekt zu zeigen – sofort.
